Honorary award

for the best digital educational media.

Comenius Sustainability Prize

Bewertungssystem und Qualitätskriterien für Bildungsmedien für nachhaltige Entwicklung (BMN)

Einführung in die Qualitätskriterien von Bildungsmedien im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit.

 

Die Deutungshorizonte von Nachhaltigkeit sind kontextuell (Wachstum, Wachstumsgrenzen und Wachstumschancen von Wirtschaft und Gesellschaft) und im Sprachmodell von Medien transfigurativ: eine medial konfigurierte Bildung verweist die Charakterisierung von Kommunikation, Organisation, Kultur und Gesellschaft als  solche, die wechselseitig im Gebrauch, notwendig und möglich sind: Nachhaltigkeit der natürlichen Ressourcen als Chance und Notwendigkeit einer sozial nachhaltig ausgerichteten und sich so zueinander verständigenden Gesellschaft im Modell von nachhaltig ausgerichteten Programmen von Bildung, zunehmend realisiert  im Kontext von deren Medialisierung und Mediatisierung.

 

Das fordert die Qualität –  zunächst von Inhalten (nachhaltigkeitsrelevantes und fachdefiniertes Wissen, Expertise, Referenzen, Erfahrung), verlangt aber auch die nachhaltige Qualität von medialer Ästhetisierung (didaktischem Mediengebrauch im Rollenspiel von Lehren und Lernen (z.B. Möglichkeiten von Internalisierung, Motivation und Souveränität) und nachhaltigkeitswirksamer pädagogischer Intention (soziale Praxis im Muster ethischen Verstehens von lernbaren Inhalten: Identifikation, Verantwortung), wenn Bildungsinhalte durch deren bildungskulturelle Vermittlung (Medialisierung) und deren  bildungstechnologisch möglichen Mechanismen (Mediatisierung) nachhaltig gekennzeichnet (medial ästhetisiert) werden.

 

Entscheidend für die Kennzeichnung der Preiswürdigkeit von bildungsrelevanter Qualität der für den ausgeschriebenen Award eingereichten Bildungsmedien wird daher sein, ob und inwieweit Nachhaltigkeitskriterien in allen bzw. in bestimmten Kategorien (inhaltliche, didaktisch-pädagogische Ausrichtung, mediale Formate, Behaltens- und Umsetzungswerte, Kreativität, mediale Affinität) erfüllt werden. Eine Perspektive der Bewertung wird daher Nachhaltigkeit als universeller Bildungswert sein (müssen): Das als (sozial-diskursive, symbolisch-kulturelle) gedanklich erstandene und medial beschrieben Bild einer nachhaltigen Welt macht sich kenntlich in einem harmonisch abgestimmten Verhältnis von Wissen, Bewusstsein und Haltung gegenüber den natürlichen, den sozialen, den kulturellen, den symbolischen und inspirativen Werten von Welt. Deren Sinn zu verstehen, heißt dann, ihren Nutzen, ihr Erscheinen (Ästhetik) und ihren Wert (Ethik) für die Existenz-Gestaltung (das Leben) des Menschen in den Modalitäten von Wissen, Bewusstsein und Haltung glaubhaft zu machen. Dies alles ist in dem universellen Begriff von Nachhaltigkeit so impliziert, dass der Begriff wie eine Metapher zur Beschreibung von Zusammenhängen genutzt (medial dargestellt) werden kann: Nachhaltigkeit als Kompetenz (Wissen und Bewusstsein als Grundlage für Verantwortung und Haltung), Werte, Zustände, Geschehnisse, Ereignisse und Haltungen zueinander zu verbinden, um so dem in der Begrifflichkeit von Nachhaltigkeit eingeschlossenen Charakter Komplexität, von  Konnektivität und Kontextualität gerecht zu werden.

Diese eben genannten Charakteristika sind in den Kriterien zur Qualitätsbewertung der für den Nachhaltigkeitspreis eingereichten Bildungsmedien mit-konnotiert.

Sustainability model for digital educational media for sustainable development (BMNA)

Das nachfolgend skizzierte Modell Nachhaltigkeit ist eine Grundlage für die Bewertung von digitalen Bildungsmedien für eine nachhaltige Entwicklung (BMNA), die nachfolgend charakterisiert werden..

Digital educational media for sustainable development (BMNA)

sind Träger von Informationen über Gegenstände und Prozesse und Mittel der Kommunikation zwischen allen Beteiligten. 

Sie sind pädagogisch bzw. didaktisch strukturiert, für den Einsatz in Lehr- und Lernprozessen konzipiert, insbesondere für eine nachhaltige Entwicklung, und stehen auf diversen elektronischen und digitalen Datenträgern (Internet, USB, hybride Produkte etc.) zur Verfügung.

 

Weitere Grundlagen für die Bewertung von Bildungsmedien leiten sich aus folgenden Zielen und Botschaften für eine nachhaltige Entwicklung ab:

  1. Dreieck Nachhaltigkeit
  • Ökologie – Ziele der ökologische Dimension der Nachhaltigkeit,
  • ÖkonomieZiele der ökonomischen Dimension der Nachaltigkeit,
  • Soziales- Ziele der sozialen Dimension der Nachaltigkeit.

Drei Säulen Modell

  1. Fünf Kernbotschaften der Agenda 2030 („5 Ps“) des BMZ:
  • Den Planeten schützen (Planet)
    Klimawandel begrenzen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren
  • Wohlstand für alle fördern (Prosperity)
    Globalisierung gerecht gestalten
  • Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People)
    Eine Welt ohne Armut und Hunger ist möglich
  • Frieden fördern (Peace)
    Menschenrechte und gute Regierungsführung
  • Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership)
  • Global gemeinsam voranschreiten

Die drei Bereiche und die fünf „P“s der Agenda 2030

  1. 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs):
  1. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
  2. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  3. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
  4. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.
  5. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  6. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  7. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  8. Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  9. Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
  10. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  11. Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  12. Armut in jeder Form und überall beenden
  13. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  14. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  15. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  16. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  17. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.

SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

 

Davon ausgehend wurden folgende Kriterienbereiche abgeleitet und für die Evaluation mit Qualitätskriterien für Bildungsmedien für eine nachhaltige Entwicklung konzipiert:

Kriterienbereiche

 

Kriterienbereich 1:

Qualitätskriterien zur Nachhaltigkeit:

– Ökologie, Ökonomie, Soziales ; (Nachhaltigkeitsdreieck)

Kriterienbereich 2:

Qualitätskriterien

– Nachhaltige Bildungsmedien

– Bildungsmedien für Nachhaltigkeit

 

Weitere Kriterienbereiche

– Qualitätskriterien zu Bildung, Kompetenzen, Didaktik

– Qualitätskriterien zu Design, Gestaltung,

– Qualitätskriterien zu Technik, Handhabung, Anwendung, Innovation

werden im Comenius-Award im Rahmen der folgenden Medienarten bewertet:

  1. DDM – Didaktische Digitale Medien
  2. DMB – Digitale Medien mit Bildungspotential
    3. SDB – Spielbasierte Digitale BildungsMedien
    5. LMS – Lehr- und LernManagementSysteme.
  3. BLEP – Blended-Learnig-Programme
Kriterienbereich 1

Kriterienbereich 1
Qualitätskriterien zur Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales ; (Nachhaltigkeitsdreieck)
Qualitätskriterien Prüfaspekte Punkt-wertung

1. UMWELT


Den Planeten schützen (Planet)
Klimawandel begrenzen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren

Auf der Ebene der ökologischen Dimension fördert das Produkt:

 

  • Die Reduzierung der Risiken für Mensch und Umwelt
  • Die Grundsätze des Umweltschutzes in einem pädagogischen Kontext und kultiviert und den entsprechenden Gedanken im öffentlichen Bewusstsein
  • Den Kampf gegen den Klimawandel und die globale Erwärmung
  • Schärft das Bewusstsein für die Bedeutung einer rationellen Flächennutzung für den Schutz natürlicher Lebensräume und Landschaften sowie für die Minimierung der Umweltverschmutzung in den Städten
  • Die schonende Ressourcennutzung, die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Abfallbewirtschaftung
  • Die Minimierung des Energieverbrauchs
  • Die Reduktion von Emissionen
  • Die Nutzung von erneuerbaren Energieformen
  • Den Artenschutz und die Lebensraumsicherung.

 

(0-10)

2. ÖKONOMIE

Wohlstand für alle fördern 

(Prosperity)

Globalisierung gerecht gestalten

Auf der Ebene der wirtschaftlichen Dimension fördert das Produkt:

 

  • Die Anwendung der Grundsätze der Kreislaufwirtschaft
  • Die schonende Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen
  • Die Reduzierung des Energieverbrauchs auf ein Minimum, den sparsamen Umgang mit Energie, Wasser und Rohstoffen, die Steigerung der betrieblichen Effizienz, die Verringerung von Abfällen, die Verwendung umweltverträglicher Materialien und die Herstellung umweltverträglicher Produkte
  • Das langfristige Fortbestehen in der Wirtschaft statt kurzfristiger Gewinnmaximierung
  • Das Wachstum und Umsatzsteigerung nicht auf Kosten der Mitarbeiter in der Region und der Umwelt
  • Technologische Veränderungen im Produktionsprozess, um Abfälle zu vermeiden und zu minimieren, Energie zurückzugewinnen und Materialien zu recyceln
  • Neue, umweltverträgliche Technologien, die in der Regel neue, kostengünstigere und sozialverträgliche Produkte anbieten, die den Absatz steigern können.
  • Den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, insbesondere eine innovative Reihe von Verfahren, Methoden, Projekten und Techniken zur Verbesserung der Umweltleistung und zur Optimierung des Umweltverhaltens eines Unternehmens.
  • Die genossenschaftliche Wirtschaft
  • Die international gerechte Verteilung des produzierten Reichtums.

 

(0-10)

3. SOZIALES

 

Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People)

Eine Welt ohne Armut und Hunger ist möglich

 

Frieden fördern (Peace)

Menschenrechte und gute Regierungsführung

 

Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership)

Global gemeinsam voranschreiten

Auf der Ebene der sozialen Dimension fördert das Produkt:

 

  • Freiheit und Frieden
  • Die Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität (innerhalb und zwischen den Generationen) und die finanzielle Absicherung (Rente) für ältere und kranke Menschen
  • Die Befriedigung der Grundbedürfnisse  (Trinken, Essen, Schlaf, Sicherheit)
  • Die Beseitigung der Armut
  • Das Recht auf Bildung
  • Die Beschäftigung sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen unter fairen Konditionen
  • Den Zugangs zu grundlegender Infrastruktur und Gesundheitsdiensten mit kostenloser medizinischer Versorgung
  • Die Verteilung von Macht und Ressourcen
  • Die Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Den Zugang zu Einfluss- und Entscheidungszentren
  • Partizipation und Demokratie
  • Globale Partnerschaften, die internationale Zusammenarbeit und Solidarität
  • Die Bewahrung des lokalen und globalen Kulturerbes
  • Sicht- und Denkweisen, wie bspw. ganzheitliches, systemisches und multiperspektivisches Denken sowie
    vorausschauendes, visionäres und kritisches Denken
(0-10)
Punkte Summe der Punktwerte  (max. 30 Punkte)
Gesamt Kriterienbereich 1
Gesamtpunkte dividiert durch Anzahl der Qualitätskriterien / arithmetisches Mittel, 1 Kommastelle (max. 10 Punkte)

 

Kriterienbereich 2

 

Kriterienbereich 2:

Qualitätskriterien
Nachhaltige Bildungsmedien
Bildungsmedien für Nachhaltigkeit:

 

Nachhaltigkeit ist ein normatives Konstrukt von wirtschaftlich, sozial und politisch relevanten, aber ökologisch gedachten Werten, das sich aus der kritischen Wahrnehmung der komplexen Verbindungen, der gesellschaftlich bedingten Zusammenhänge und der daraus sich ergebenden Widersprüche zwischen öffentlichen und privaten, zwischen individuellen und sozialen, wie ebenso aus politischen und ideologischen Verständigung (Diskurs) über die Ansprüchen der Lebensführung zu erkennen gibt. 

 

Medien, insbesondere solche, die im öffentlichen oder privaten Kontext von Bildung im Gebrauch sind, werden hier im Zusammenhang der Bewertung ihrer Qualität nicht nur hinsichtlich ihrer Nützlichkeit (nachhaltige Technologie), ihrer Anschaulichkeit oder Gefälligkeit (nachhaltige Ästhetik), sondern auch hinsichtlich ihrer inhärenten Wertigkeit (nachhaltige Ethik) geprüft: wie sie gebraucht werden oder auch welche Muster des individuellen und/oder sozialen Gebrauchs (Medialität) im Kontext von Bildung (Wissen, Bewusstsein, Haltung) nahegelegt oder empfohlen werden.

 

Bildung, insbesondere in dem weiten Horizont zunehmender Medialisierung (kulturell) und Mediatisierung (strukturell) der Muster öffentlicher und persönlicher Verständigung über Wissen und Wissenswertes, ist nicht nur zu verstehen als didaktisch arrangiertes Inhaltsvermittlung von Lehrenden zu Lernenden, sondern gewinnt die Wertigkeit von Wissen, Bewusstsein und Kompetenz im Rahmen der Verständigung zwischen Menschen, die gesellschaftlich und institutionell eingebunden sind in Rollen mit zugeordneten (persönlichen und sozialen) Erwartungen der Lehre und des Lernens. Dies aber geschieht im gesellschaftlich-medialen Umfeld, das zunehmend in die institutionellen Vorgänge und das institutionelle Verständnis von Bildung eingreift (social media, AI). Das verlangt einerseits nach einem offenen und diskursiven Begriff von Bildung , nach Akzeptanz von Diversität, andererseits nach kritischer Wahrnehmung der Möglichkeiten und Anregungen zu nachhaltigem Gebrauch von Ressourcen und Quellen: Literacy, Resilienz, Kompetenz sind hier die relevanten Stichworte, die die (neue, emanzipatorisch, kulturell und diskursiv gedachte) Verteilung von Fertigkeit, Fähigkeit, Motivation und Verantwortung für eine sinnvolle und für das (soziale und persönliche) Leben nachdauernd relevante Wertigkeit rechtfertigen.

 

Aus diesem Grund sind folgende Qualitätskriterien für die Prüfung und Bewertung von Bildungsmedien in Betracht zu ziehen:

Qualitätskriterien Prüfaspekte Punkt-wertung
1. KOMPLEXITÄT

Das Produkt begründet und erklärt:

  • Komplexe Zusammenhänge  inhaltlich, theoretisch gut nachvollziehbar, weil einsichtig begründet,
  • Auf Nachhaltigkeit als Wert der Komplexität / Kontextualität  / Medialität der Thematik hingewiesen, aufmerksam gemacht, eingefordert,
  • Erklärung der komplexen Zusammenhänge von Macht und Wirtschaft im Hinblick auf  Probleme der Konzentration von Reichtum und Macht bzw. auf Werte der Gerechtigkeit der Verteilung von  Chancen und Gütern.

     

    (0-5)

    2. KONTEXTUALITÄT

    Das Produkt begründet:

    • Nachhaltigkeit wird als universeller Wert der Kontextualisierung von Sphären des Lebens (je nach Thema), im Sinne des Dreieck-Modells erkennbar gemacht.
    • Macht aufmerksam auf den Faktor sozialer Ungleichheit als Hindernis für gesellschaftliche Bemühungen um Nachhaltigkeit.
    • Hinweise (mediendidaktische Pfade) auf die Nützlichkeit (Vernunft) von Ästhetik und Ethik, auf die Ethik von Nützlichkeit und Ästhetik der medialen Kontextualisierung , sowie auf die ästhetischen Anforderungen von Nützlichkeit und Ethik des Mediengebrauchs im Kontext von Bildung.

     

    (0-5)

    3.MEDIALITÄT

    Das Produkt fördert:

    • Kreativ-proaktive, möglichst kollaborative, interaktive, medienästhetisch fordernde Nutzung der medientechnischen Finessen,
    • Medienvielfältige Ausprägungen der Nachhaltigkeitsidee, der Nachhaltigkeitswerte, des Nachhaltigkeitsanspruchs verbunden mit dem Thema bzw. der Materie / Inhalte,
    • Nimmt Bezug zu Angeboten / zu Diskursen oder zu Konversationen in oder aus der social-media Umwelt.

     

    (0-5)

    4. DISKURSIViTÄT

    Das Produkt bietet:

    • möglichst viel Spielraum für Debatte, Diskussion des Inhalts und deren/  dessen Relevanz, Zuordnung,
    • Ausdeutungen von Nachhaltigkeit, Medientypische Formate, Ausprägungen, Pfade für Multiperspektivität,
    • Offenen Raum für Dialektik und inhaltliche Widersprüchlichkeit.

     

    (0-5)

    5. BILDUNG

    Das Produkt bietet:

    • Anregungen, Pfade für kollaboratives , interaktives, emotionales Lernen,
    • Anregungen, Ideen, Pfade für möglichst hohen Grad an Authentizität, Selbstreflexion,
    • Identifikation für Lernende, um sich einzubringen, selbst Schlüsse zu ziehen und diese in das Programm einbringen zu können.

     

    (0-5)

    6. MEDIENQUALITÄT

    Das Produkt bietet Anregungen für:

    • einen möglichst hohen Grad an produktiver medialer Beteiligung der Lernenden,
    • für die Einbringung der individuell  medial bestimmten Lebenszusammenhänge,
    • möglichst weit reichend ausgewiesene Sphären medialer Performance durch Lernende,
    • Kontextualisierung mit den medialen Diskurserfahrungen.

     

    (0-5)

    7. EMPATHIE

    Das Produkt motiviert zu:

    • Soft skills: ist die didaktische Medienumgebung so strukturiert, dass dem Einbringen, Ausdrücken und Verstehen von Emotion auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Sinn) Raum gegeben wird.
    • Wird andererseits die emotionale Konnotation, vor allem in deren medialem Ausdruck so ausgewogen, dass nicht emotionale Überladung (Emotionalisierung als Aufmerksamkeitsbooster)  die Ästhetik oder die Nützlichkeit einer Aussage desavouieren.

     

    (0-5)

    8. SUSTAINABILITY LITERACY

    Das Produkt steigert das Interesse an:

    • Inhaltlich wissensbasierten Argumenten, Hinweisen,
    • Reflexionswerten der Nachhaltigkeit,
    • Stimmigkeit, Pragmatik der Anregungen, Ratschlägen, Hinweise.

     

    (0-5)

    9. VERANTWORTUNG

    Das Projekt erklärt:

    • Wird neben der individuellen Verantwortung für auch die gesellschaftliche Verantwortung für Nachhaltigkeitswerte angesprochen (als Problem und für Lösungen,
    • Finden sich in dem Produkt Wissenspositionen, die den Verantwortungscharakter der Interdisziplinarität  der Wissenschaft und/oder der Kooperation von Institutionen, Organisationen und Unternehmungen begründen,
    • Finden sich Hinweise zu den Aspekten der Verantwortung der  politischen Ökonomie für/gegen Staatsintervention bzw. liberale Ökonomie.

     

    (0-5)

    10. GESELLSCHAFTSPOLITIK

    Das Produkt thematisiert:

    • Ethische Werte im Interesse der Dauerhaftigkeit, der Stabilität und der Friedfertigkeit der Gesellschaft: soziale Gerechtigkeit als Voraussetzung für Menschenwürde,
    • Kritische Aufmerksamkeit für scheinrationale Ideologeme (Ideologien, Annahmen, Mythen, Verschwörungstheorien, Populismen), die der Würde des Menschen entgegenwirken und Ungleichheiten vertiefen,
    • Kritik gegenüber politisch-kapitalistisch motivierten Argumentationsmustern zu Umwelt- und Klimaschutz.

     

    (0-5)
    Punkte Summe der Punktwerte  (max. 50 Punkte)
    Gesamt Kriterienbereich 2
    Gesamtpunkte dividiert durch Anzahl der Qualitätskriterien / arithmetisches Mittel, 1 Kommastelle (max. 5 Punkte)

     

    Gesamtpunkte

    Addition der Punkte
    Kriterienbereiche 1 und 2 

     

    max. 15 Punkte

    Anmerkung:

    Interpretation der Gesamtpunktzahl
    14.0 – 15.0 Punkte Beispielhafte
    Medienproduktion
    Sehr gut
    12.0 – 14.9 Punkte Empfehlenswerte
    Medienproduktion
    Gut
    9.0 -11.9 Punkte Geeignete
    Medienproduktion
    Befriedigend
    5.0 – 8.9 Punkte Verwendbare
    Medienproduktion
    Ausreichend
    ≤ 4.9 Punkte Nicht zu empfehlende
    Medienproduktion
    Mangelhaft

     

    Literatur


    Bauer, Thomas A. (2014): Communication scientific thinking. Perspectives of a contextual theory of social understanding. Vienna (Böhlau)

    Bauer, Thomas A. (2017): Understanding knowledge in media society. Theoretical sketches on the mediology of social learning. IN: Bauer, Thomas A. (Mikuszeit, Bernd H. (ed.): Teaching and learning with educational media. Basics – Projects – Perspectives – Practice. Brussels – New York (P.Lang)

    Bauer, Thomas A. (2023): Performative Mediality – Hermeneutical Notes Observing Challenges and Chances of Media Change. IN: Metaverse and future communications. Istanbul, Commerce University Publication No. 69, p. 6 – 18

    Bourdieu, Pierre (1993): The field of cultural production. Stanford (University Press)

    Habermas, Jürgen (1980): Theory of communicative action (2Bde). Frankfurt (Suhrkamp)

    Luhmann, Niklas (1974): Social systems. Outline of a general theory. Frankfurt (Suhrkmp)

    Mead, George Herbert (1972): Mind, Identity and Society. From the perspective of social behaviorism. Frankfurt (Suhrkamp)

    Schmidt, Siegfried J. (2003): Stories and discourses. Farewell to constructivism. Frankfurt (Fischer TB)

    Schütz, Alfred / Luckmann, Thomas (1973 ): The Structures of Life-World. London (University Press)

     

    Dreieck der Nachhaltigkeit

    Die drei Bereiche und die fünf „P“s der Agenda 2030

    Drei Säulen Modell

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